Schizoide Persönlichkeitsstörung?

 

 

Vor einiger Zeit stieß ich auf eine Internetseite, wo es um die schizoide Persönlichkeitsstörung geht. Ich habe sie im Anschluss auf diesen Artikel verlinkt. Je mehr ich mich einlas, um so mehr erkannte ich mich wieder. Dort steht aber auch, dass eine Diagnose nur von einem Fachmann gestellt werden kann. Vor einigen Jahren hatte ich mich mit der sozialen Phobie beschäftigt, die ähnlich ist. Vieles passt jedenfalls! Kann es sein, dass ich die Vulnerabilität zur Schizophrenie erst durch diese Vorbelastung erlangt habe? Möglicherweise spinne ich mir das aber auch nur zusammen. Mein Psychiater meint, an meiner Schizophrenie würde die Erkenntnis, ob ich eine schizoide Persönlichkeitsstörung habe, auch nichts mehr ändern. Wenn man daran arbeiten wollte, müsste ich eine kognitive Verhaltenstherapie machen. Das habe ich ja aber schon mal probiert und war mir damals zu anstrengend.

 

 

Ich hatte schon als kleines Kind meistens das Gefühl, andere mögen mich nicht und ich konnte mich anderen auch nie aus eigener Initiative annähern. Ich konnte auch nicht kuscheln oder mich mit anderen freuen, wie ich es von meinen Kindern her kenne. Ich hasste es, bei meiner Mutter auf dem Schoß zu sitzen. Als ich älter war hatte ich immer nur dann Kontakte, wenn andere mich ansprachen, aber ich fühlte mich ihnen emotional nie wirklich nah, außer wenn ich mal verliebt war. Dabei war ich aber immer sehr deprimiert darüber, dass ich keine engen Freunde hatte. Vielleicht mochten andere mich früher tatsächlich nicht, denn ich war total schüchtern und redete wenig. Auch heute ist es noch so, dass ich eher auf Aussagen anderer reagiere, als selbst ein Gespräch zu beginnen. Es ist für mich tatsächlich einfacher, alleine zu sein. Nur die enge Beziehung zu meinem Mann gab mir das Gefühl von Nähe, aber auch in dieser Zeit war ich nicht wirklich glücklich.

 

Allgemein habe ich aber immer sehr gut funktioniert. In der Schule blieb ich unauffällig und fleißig. Nur meine mündliche Mitarbeit war schlecht, weil ich mich aus Angst, eventuell Fehler zu machen, nur sehr selten meldete. Später im Beruf war ich immer bereit mein Bestes zu geben, allerdings auch aufgrund meiner Ängste vielleicht entlassen zu werden. 

 

 

Schon im Kindergarten hatte ich Bedenken, andere könnten mir etwas tun, was sich dann leider auch bestätigte, und als ich in die Schule ging gab es Zeiten (vor allem in der Realschule), wo ich versuchte nicht früher als zehn Minuten vor Unterrichtsbeginn zu erscheinen, um nicht Gefahr zu laufen dass es auffiel, dass ich immer nur alleine an meinem Platz saß. Niemand sollte bemerken, dass ich alleine war. Wenn ich da so alleine saß, war das ein schreckliches Gefühl für mich. Es redete zwar anscheinend keiner der anderen, denn sie waren mit sich selbst und ihren Cliquen beschäftigt und ich wurde auch nicht gemobbt, aber schlimm war es trotzdem. Ich fühlte mich wie der letzte Looser!